Europäische Infrastruktur: Verwundbar im Kern - Tagesspiegel

09-04-2026

Mindestens ebenso entscheidend ist jedoch auch der geopolitische Kontext, in dem sich Europa bewegt. Frans-Paul van der Putten, Senior Research Associate am Clingendael Institute, macht deutlich, dass sich die Risiken längst nicht mehr allein aus der Beziehung zwischen Europa und China ergeben.

"Die Risiken entstehen nicht mehr nur bilateral, also zwischen Europa und China, sondern zunehmend in einem trilateralen Kontext – unter Einbeziehung der Vereinigten Staaten", sagte van der Putten Background. Europa gerate damit in ein Spannungsfeld, dem es sich kaum entziehen könne. Im Falle eines Konflikts zwischen den USA und China sei es "sehr schwierig für Europa, außerhalb dieses Konflikts zu bleiben".

In diesem Kontext werde Infrastruktur selbst zum geopolitischen Instrument. Die Volksrepublik hat zum Beispiel eine Beteiligung an rund 30 europäischen Häfen. Hierunter fällt alles, von Joint Ventures, Minderheitsanteile bis hin zu Beteiligungen an einzelnen Terminals. Wirkliche Kontrolle hat China nur über die Terminals in Piräus und Zeebrügge. Allerdings warnte van der Putten auch vor überzogenen Bedrohungsszenarien. "Die Möglichkeit, dass China kritische Infrastruktur tatsächlich blockiert, ist da – aber die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering".

Author: Claudius Mackes. Full article on the site of Tagesspiegel.